AB IN DEN WALD

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Bei Zschimmer & Schwarz stimmt die Chemie mit den Bäumen

03.11.2017

In diesem Herbst fegten bereits mehrere heftige Herbststürme über Deutschland. Auch Sachsen wurde nicht verschont. Am letzten Oktoberwochenende wurden im Freistaat zahlreiche Bäume entwurzelt, oft Fichten in Monokulturen, deren Tellerwurzeln den massiven Böen wenig entgegensetzen konnten. Eine andere Ursache hatte das Pflanzen von etwa 100 Tannen am 28. Oktober 2017 in Burgstädt. Dort hatte der Borkenkäfer in einem Waldstück zwischen Helsdorf und Chursdorf gewütet. Alle Fichten waren auf großer Fläche betroffen und mussten gefällt werden. Schritt für Schritt wird nun wieder aufgeforstet. Dabei halfen an einem ungemütlichen Samstagnachmittag eines langen Reformationswochenendes etwa zwanzig begeisterte Schülerinnen und Schüler aus der Region.

In erstmaliger Kooperation mit dem in Mohsdorf nahe Burgstädt ansässigen Unternehmen Zschimmer & Schwarz konnte die Plant-for-the-Planet-Akademie stattfinden. Dessen Geschäftsführer Christian Bartsch betont, dass es ein Trugschluss sei, dass ein Chemieunternehmen den Umweltbelangen grundsätzlich entgegensteht. Ressourcenschonender Einsatz, nachwachsende Rohstoffe sowie Verzicht auf umweltschädigende Substanzen seien Unternehmenslinie bei der Entwicklung neuer Produkte. Dazu passt das Engagement von Mitarbeitern und Kunden, jährlich 2.000 Bäume zu pflanzen. Für Evelyn Renné vom Unternehmen war es daher ein besonderer Höhepunkt, im Anschluss an Workshops und Vorträge der Kinder den Spaten zu schwingen und dort Tannen zu pflanzen, wo einst dichte Fichtenbestände waren. Revierförster Wolfram Schmidt bestätigte unterdessen, dass diese Baumarten eigentlich nicht zur Region passten. Vielmehr könnten tannenreiche Mischwälder dazu beitragen, den Borkenkäferbefall aufzuhalten. Denn Tannen seien widerstandsfähiger, weil sie sich im hiesigen Ton-Löß-Boden besser verwurzeln könnten.

Dass die Chemie an diesem Tage stimmte, lassen die Rückmeldungen der Teilnehmer erkennen. Niclas Pechstein von der Johann-Esche-Grundschule Köthensdorf mag Bäume, weil sie gebraucht würden, um gute Luft zu haben. „Auch wenn ich noch jung bin, kann ich mich engagieren. Mit Schulfreunden bin ich auf die Aktion aufmerksam geworden, wollte noch mehr wissen. Mir macht es Spaß, im Freien zu sein und etwas Nützliches zu unternehmen“, resümiert er. Auch Nick Heiber vom Gymnasium Burgstädt ist aus einem besonderen Grund dabei: „Da ich im Internet über Plant-for-the-Planet schon ein virtuelles Bäumchen gepflanzt habe, wollte ich auch gern einmal einen richtigen Baum setzen. Es ist gut, wenn jeder etwas für die Umwelt tut, auch wenn es nur kleine Schritte sind wie dieser. Alles ist nützlich“. Das sieht auch Sebastian Dathe von der Diesterweg-Oberschule Burgstädt so: „Ich engagierte mich beim Naturschutz in Burgstädt. Wir betreuen in der Jugendgruppe eine Fläche an der Naturschutzstation Herrenhaide. Wir haben Spaß und können draußen sein. Weil ich noch mehr über die Natur wissen wollte, habe ich mich der Plant-for-the-Planet-Exkursion angeschlossen. Ich habe mehrere Bäume mit gepflanzt. Vielleicht komme ich wieder, um zu sehen, wie sie wachsen“.

Die Chancen auf ein Wiedersehen der wachsenden Tannen stehen gut. Denn der Grundstein ist bei allen Akademieteilnehmern gelegt. Genügend Pläne für Folgeprojekte gibt es jedenfalls. Die Gute Schokolade wird wie immer eine herausgehobene Rolle spielen. Sehr wahrscheinlich indes, dass die leckeren Reformationsbrötchen bei Zschimmer & Schwarz den nährenden Boden für ausgeweitetes internationales Engagement legen werden, frei nach Luther: „Wenn ich wüsste, dass morgen die Welt unterginge, würde ich heute noch ein Apfelbäumchen pflanzen“.

 

Weitere Fotos gibt es hier.

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