AB IN DEN WALD

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Nachhaltige Anlage: Elsbeere mit Rendite nach 140 Jahren

23.04.2018

Die vierzig Kinder der Akademie staunten nicht schlecht als ihnen Florian Betz vom Forstamt Thurn und Taxis erklärte, dass eine Elsbeere ungefähr 140 Jahre braucht, um auf 25 Meter Höhe heranzuwachsen. Wird sie dann gefällt, kann das wertvolle Holz zu edlen Produkten verarbeitet werden, die es im Preis mühelos mit einem Wagen der Oberklasse aufnehmen können. Vom Nutzen über den gespeicherten Kohlenstoff ganz zu schweigen.

  

Der Ort der VR Bank Niederbayern-Oberpfalz in Regensburg wäre trefflich gewählt gewesen, um über nachhaltige Anlagen und Renditen der Finanzwirtschaft zu sprechen. Aber um Banking und Reden sollte es wie bei allen Plant-for-the-Planet-Akademien nicht gehen. Vielmehr wurde zugepackt und nach Vortrag, Weltspiel und Rhetorik gepflanzt, und zwar 150 Hainbuchen und eben Elsbeeren. Das Frühlingswetter hätte besser nicht sein können: Das zarte Grün im Wald flimmerte bei strahlendem Sonnenschein und beinahe frühsommerlichen Temperaturen. Da macht es Laune, den Spaten zu schwingen!

  

  

Das Team um Michael Zinner hatte aus der seriösen Bankfiliale einen perfekten Akademieort gemacht. Bank einmal anders. Dort wo üblicherweise Konferenzen abgehalten werden, fanden zum Nachmittag gut 100 interessierte Kinder und deren Eltern Platz. Die Meeting-Räume wurden kurzerhand zu Rhetorik-Workshops umfunktioniert; statt dezenter Finanzanalysen drangen lustvolle Vortragsfetzen heraus. Im Eingangsbereich luden Biergartengarnituren ein, sich mit allerlei Obst, Pasta, Getränken und Schokokuchen für den Tag zu rüsten. Der große Kundenparkplatz wurde von den Co-Moderatoren Ben und Jan für aktivierende Spiele genutzt.

  

Nach der Pflanzaktion wieder zurück wartete der Nachmittagsworkshop zum strategischen Planen auf die frischen Ideen der Teilnehmenden. Diese wurden bei der anschließenden Abendveranstaltung ebenso vorgestellt, wie die neu gewonnenen Erkenntnisse der zukünftigen Botschafter für Klimagerechtigkeit. Unter großem Applaus wurden diese mit Urkunde und umfangreicher Informationstasche begrüßt.

  

Dass Rendite und Nachhaltigkeit kein Widerspruch sein muss, wurde an diesem gelungenen Akademietag besonders deutlich: Denn der Gedanke der Nachhaltigkeit fußt in der Forst-Wirtschaft. Dessen Begründer, Hans Carl von Carlowitz, formulierte schon 1713 in seiner Sylvicultura oeconomica, dass „(…) die größte Kunst, Wissenschaft, Fleiß und Einrichtung hiesiger Lande darinnen beruhen, wie eine sothane Conservation und Anbau des Holtzes anzustellen, daß es eine continuierliche beständige und nachhaltende Nutzung gebe (…)“. Dass das möglich ist, werden unseren Nachkommen in fünf Generationen die gepflanzten Elsbeeren hoffentlich beweisen…
 

Mehr Bilder gibt es hier.

Martin Gerner

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