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Plant-for-the-Planet Akademie Neustadt, 16. November 2011

16.11.2011

Ein nebelverhangenes Schloss, ein 10jähriger Geburtstag sowie 54 Kinder und ein weltberühmter Junge. So in etwa lässt sich die Plant-for-the-Planet Akademie am 16.11.2011 in Neustadt an der Weinstraße in Stichworten beschreiben.

Am Mittwoch, den 16.11.2011 fand im Hambacher Schloss, anlässlich des 10. Jubiläums des Unternehmens Inthermo eine Plant-for-the-Planet Akademie statt, zu der das Unternehmen und Plant-for-the-Planet eingeladen hatten. Kinder aus 6 Schulen der Region folgten dieser Einladung. Mit dabei Gründer von Plant-for-the-Planet und Weltbürger, Felix Finkbeiner (14).

Dieser Mittwoch, sollte für die Neustädter SchülerInnen Einiges bereit halten. Zunächst erhielten sie von Felix das nötige Grundwissen. Was bedeutet der Klimawandel für Mensch und Tier? Wie kommt es zum Abschmelzen der Gletscher und Polkappen und letztlich zur rasanten Erwärmung der Erdatmosphäre? Dabei machte Felix eindrücklich darauf aufmerksam, dass es Schwankungen im globalen Klima immer gegeben hat und diese auch normal seien. Doch hat es einen so rasanten Anstieg an CO2 und anderen Treibhausgasen in der Erdatmosphäre nie gegeben. Waren in früheren Erdzeitaltern große Vulkanausbrüche oder gar Meteoriteneinschläge für gravierende Klimaschwankungen und Naturkatastrophen verantwortlich, so ist es heute der Mensch. Der junge Finkbeiner erläutert den gespannten Gästen u.a. wie die heutigen Industrienationen (Bsp. USA und Nationen Europas) die Erde und Länder der Dritten Welt ausbeuten und ausgebeutet haben oder aber aufstrebende Staaten (Bsp. China, Indien, Brasilien usw.) die gleichen Fehler begehen und massiven Raubbau an der Natur betreiben.

Nach diesem lehrreichen Vortrag sollten die Kinder beim Weltspiel selber aktiv werden. Im Spiel machten sie die traurige Entdeckung, dass es keineswegs gerecht auf der Welt zugeht. So z.B. leben in Europa und Nordamerika zusammen nicht einmal 1/5 der Weltbevölkerung aber dafür besitzt diese Minderheit ca. 66% des Geldes, das weltweit im Umlauf ist. Auf die Frage hin, ob das so in Ordnung sei, protestierte die kleine Mira: „Dann müssen wir eben was abgeben!“. Weiter lernten sie, wo auf der Welt die meisten Treibhausgase in die Luft „gepustet“ werden und wo die Folgen des Klimawandels am schlimmsten zu spüren sind. Die Neustädter SchülerInnen wunderten sich nicht ohne Grund, als sie auf ihrer Weltkarte feststellen mussten, dass vor allem die Länder des Nordens (u.a. USA, EU, CHINA) die „Reichen“ waren, aber die des Südens (z.B. AFRIKA, OZEANIEN, LATEINAMERIKA) am schlimmsten von Naturkatastrophen betroffen waren.

Im Anschluss, folgte was Plant-for-the-Planet ausmacht, was auch Felix (2007) antrieb, als er seinem Vorbild, der Friedensnobelpreisträgerin, Wangari Maathai, nacheiferte: Das Bäume pflanzen. 1 Million in jedem Land der Erde sollen es werden. Weltweit wurden bereits 3 957 688 Bäume gepflanzt. Soll ein Politiker doch mal sagen, dass er Ähnliches in seiner Amtszeit bewirkt hat, wie dieser 14jährige Junge! So fuhren wir alle in den Wald des Neustädter Umlandes. Die Kinder waren richtig gespannt auf das Pflanzen der Bäume und dann endlich kamen die selbst mitgebrachten Spaten zum Einsatz.

Weiter ging es mit einem Rhetoriktraining. Wir beschäftigten uns mit Fragen wie: „Wie halte ich einen Vortrag vor anderen? Wie betone ich die Wörter so, dass ich deren Wichtigkeit hervorhebe?“. Alles gar nicht so einfach: gerade zu stehen, deutlich zu sprechen, nicht immer „ähm“ und „äh“ zu sagen, wo man doch so aufgeregt ist - aber Kuchen zwischen durch versüßte das Üben. Doch was nützt das ganze Reden, wenn man dann doch nur wieder vom Alltagstrott gepackt wird und untätig bleibt. Um das zu verhindern überlegten die Kinder im Worldcafé was sie tun wollen. Welche Maßnahmen kann ich ergreifen, um die Welt ein bisschen besser, ein bisschen grüner zu machen? Wie bewege ich Freunde zum Mitmachen? Wo kann man Bäume pflanzen? Wie sieht eine Pflanzparty aus?

Dann war es endlich so weit: Mit vielen Ideen und einen kleinen Vortrag gewappnet traten die Kinder in den Siebenpfeiffersaal zu den Erwachsenen. Das Publikum war beeindruckt, was die Kinder in nur einem Tag alles angestoßen hatten. Als Dank für all die Mühe wurden die Kindern von Felix Finkbeiner und dem Veranstalter Guido Kuphal zu den ersten 54 Botschaftern für Klimagerechtigkeit Neustadts ernannt. „Jetzt retten wir Kinder die Welt!“ Herzlichen Glückwunsch!

Philipp Anweiler

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