INTO THE WOODS

Open Filteroptions

Felix bittet München um eine Milliarde Bäume

26.04.2019

Jede Menge Journalisten mit Kameras und Fotoapparaten warteten darauf, dass die Botschafterinnen für Klimagerechtigkeit und Kommunalreferentin Kristina Frank zum Spaten griffen. Aber erst schildete Frau Frank, wie wichtig Bäume für das Klima in der Stadt sind, und dass die Forsten deshalb in 10 Jahren 1 Million Bäume gepflanzt hatten. Das ist gut, sagte Felix, reicht aber nicht für das globale Klima. Genauso sah das Schauspieler Hans Sigl, der uns für diesen Tag eine Videobotschaft zugeschickt hatte:

Jetzt handeln! Damit hat Hans Sigl natürlich vollkommen recht. Felix formulierte es in seiner Rede so: „Uns wird gerade die Zukunft gestohlen. Wir jungen Menschen streiken, weil wir hoffen, dass die Reichen und Einflussreichen, endlich das tun, was sie längst wissen, dass sie es tun müssen. Die heute Mächtigen wissen alles, haben jede Technologie und alles Geld, um die Weltwirtschaft in Nachhaltigkeit zu überführen. Nur wenn wir jetzt die kommenden zehn Jahre gemeinsam nutzen, können wir den weltweiten Temperaturanstieg noch bei 2°C begrenzen."

Symbolisch pflanzten die Botschafter und Frau Frank gemeinsam 20 Tannen im Forst in Großhadern. Für das Weltklima aber kann München viel mehr tun, erklärte Felix: "München muss jetzt eine Milliarde Bäume pflanzen, um klimaneutral zu sein. Parallel arbeitet München weiter an der Reduzierung seiner Emissionen. Diese Milliarde neuer Bäume pflanzt München in den Entwicklungsländern, beispielsweise in Afrika. Dort wachsen die Bäume schneller, binden mehr CO2und geben den Menschen Arbeit, Wohlstand und Perspektive."

Lies hier, was die Süddeutsche Zeitung berichtete.

Oder schau dir den Bericht bei München-TV an.

 

Felix' komplette Rede:

 

„Uns wird gerade die Zukunft gestohlen.

Wir jungen Menschen streiken, weil wir hoffen, dass die Reichen und Einflussreichen, endlich das tun, was sie längst wissen, dass sie es tun müssen.

Die heute Mächtigen wissen alles, haben jede Technologie und alles Geld, um die Weltwirtschaft in Nachhaltigkeit zu überführen.

Nur wenn wir jetzt die kommenden zehn Jahre gemeinsam nutzen, können wir den weltweiten Temperaturanstieg noch bei 2°C begrenzen.

Bis wir jungen selbst an der Macht sind, ist es zu spät gegenzusteuern. Wenn die heute Mächtigen uns jetzt nicht helfen, bleibt uns nichts anderes übrig, als uns als Junge gegen die Alten zusammenzuschließen.

 

Wir Jungen haben nichts zu verlieren.

Ich habe Greta persönlich noch nicht getroffen. Auch die wenigsten der Tausenden anderen Young Leaders aus allen Teilen der Welt  kenne ich persönlich. Und das ist auch nicht nötig. Wir denken alle gleich und wir wissen voneinander. Und wir wissen alle, dass uns die Mächtigen, Reichen und Einflussreichen gerade unsere Zukunft stehlen.

Wir wissen, dass wir noch zehn Jahre haben, um die 2°C-Grenze zu halten. Wir wissen, wir haben nichts mehr zu verlieren, wenn wir unsere Zukunft verloren haben.

Einige von uns brechen ihre akademische Ausbildung ab, um diese zehn Jahre als Aktivisten zu nutzen. Sie verdienen unseren allergrößten Respekt!

Andere versuchen in wenigen Jahren an entscheidende Positionen der Politik zu gelangen.

 

1968 war ein Kindergeburtstag – verglichen mit dem beginnenden Generationenkonflikt.

Meine persönlich größte Sorge lautet: wir schaffen die Energie- und Klimawende, aber zehn Jahre zu spät, die Kipppunkte im Klimasystem lösen bereits einen exponentiellen Temperaturanstieg aus und die Klimakatastrophe wird irreversibel.

Ich kann deswegen alle jungen Menschen verstehen, der sich in Opposition zu den Mächtigen stellen und nur noch die Chance in einer Revolution sehen.

Wenn die Weltwirtschaft zusammenbricht, sinken konsequenterweise auch die CO2-Emissionen.

 

 

Sicher wird sich der Konsum revolutionieren.  

Wir zwischen 1995 und 2010 Geborenen, machen aktuell rund 30 Prozent der Weltbevölkerung aus. In wenigen Jahren sollen wir Jungen für knapp die Hälfte der Ausgaben für Konsumgüter verantwortlich sein. Wer mit uns rechnet, hat noch nichts verstanden!

Sicher ist eines: Wenn die Mächtigen in Politik und Wirtschaft nicht sofort handeln, werden Streiks sehr bald auch gezielt vor ihren Unternehmenszentralen stattfinden.

 

Wir Jungen sind kreativ, wir sind gut vernetzt und wir haben nichts zu verlieren.

 

Persönlich versuche ich meinen Kindheitstraum zu verwirklichen und mit Bäumen unsere Erde abzukühlen. Ich bin in München geboren und ging in Starnberg zur Schule. Seit zwölf Jahren, mehr als mein halbes Leben, mobilisieren meine Freunde und ich Menschen zum Bäumepflanzen. Viele Menschen kennen uns in Deutschland und weltweit. Dennoch verlieren wir Jahr für Jahr 10 Milliarden Bäume! 

Zusätzlich zu unserer Mobilisierung forsche ich inzwischen an der ETH Zürich wissenschaftlich an Waldlösungen und werde mich auch in Zukunft konstruktiv mit Lösungen der Klimafrage beschäftigen.

Wir versuchen die Mächtigen, die Unternehmen, dazu zu bewegen, die Aufforstung von 1.000 Milliarden zu finanzieren. Das sind nur € 1.000 Milliarden, die wir brauchen. Nichts, wenn es sich um die Überlebensfrage meiner Generation geht. 

 

Bäume sind die besten CO2-Speicher.

Es ist gut, dass München in den letzten 10 Jahren eine Million Bäume gepflanzt hat.

Ein Baum nimmt im Durchschnitt pro Jahr zehn Kilo an CO2 auf. Weltweit haben wir das Potential, 1.000 Milliarden Bäume zu pflanzen. Wenn wir das tun, können wir den weltweit menschgemachten CO2-Ausstoss etwa um einen Viertel kompensieren.

 

Wir müssen gleichzeitig an zwei Stellschrauben drehen: Wir müssen unseren CO2-Ausstoß so schnell wie möglich reduzieren und müssen gleichzeitig und sofort unsere CO2-Emissionen kompensieren.

 

Für die Stadt München bedeutet das: München muss jetzt eine Milliarde Bäume pflanzen, um klimaneutral zu sein. Parallel arbeitet München weiter an der Reduzierung seiner Emissionen. Diese Milliarde neuer Bäume pflanzt München in den Entwicklungsländern, beispielsweise in Afrika. Dort wachsen die Bäume schneller, binden mehr CO2und geben den Menschen Arbeit, Wohlstand und Perspektive.

 

Eine Antwort an uns jungen Menschen

Sollte die Stadt München die Angst von uns jungen Menschen ernst nehmen, dann sollte München als erste Antwort eine Milliarde Bäume in den kommenden zehn Jahren pflanzen.

 

Mit dem Pflanzen in den Entwicklungsländern klärt München auch seine Bürger auf. Denn wir können die Klimakatastrophe nicht alleine individuell, nicht alleine kommunal und auch nicht alleine national abwenden. Sondern wir müssen global denken und global handeln.

 

„Probleme kann man niemals mit derselben Denkweise lösen, durch die sie entstanden sind.“ Albert Einstein

 

Die Bevölkerung in Afrika verdoppelt sich in 30 Jahren auf 2,4 Milliarden Menschen. Sollten die Afrikaner bis 2050 nur den Pro Kopf- CO2-Ausstoß erreichen, den die Chinesen heute haben, würde Afrika die Hälfte der heute weltweiten CO2-Emissionen verursachen.

Aus weisem Egoismus müssen wir unseren Mitbürgern in den 54 Ländern unseres Nachbarkontinents helfen zu Wohlstand zu kommen, ohne dass sie mehr CO2 emittieren müssen, als sie es heute tun!

Umgekehrt können die Afrikaner uns Reichen Ländern helfen, sauber zu werden.

 

Zwei sofort realisierbare Lösungen:

1. Mit der Sonnenenergie aus den Wüsten Afrikas können wir Energie herstellen, nämlich Strom oder synthetisches Methanol aus CO2 und so eine CO2-freie Entwicklung Afrikas fördern. Zusätzlich bekommen Länder in Afrika damit eine unlimitierte Exportressource und können uns Reiche mit sauberer Energie und sauberen Kraftstoffen versorgen.

 

2. Wir finanzieren Bäume, die die Menschen in Entwicklungsländern pflanzen. Dort wachsen Bäume viel schneller und binden mehr CO2 als bei uns. Wälder sind wertvolle Nahrungsquellen und Aufforstung schafft Arbeitsplätze in heute armen Ländern. Bäume sind nachwachsende Rohstoffe, Holzhäuser speichern den Kohlenstoff jahrzehntelang und vermeiden CO2-intensive Materialien wie Beton und Stahl. Bäume sind wahre Wunderpflanzen.

 

Sonne und Bäume können die Klimakatastrophe verhindern.

Wir müssen nur weltweit zusammenarbeiten.

Ein „Weiter-So!“ darf es nicht geben,

Die Mächtigen, dazu gehören die Politiker und die Unternehmer, müssen den Millionen jungen Menschen, die streiken eine klare Antwort geben.

Diese Antwort kann nur lauten:

„Wir haben verstanden!

Wir handeln.

Jetzt“.

 

Heute zum Tag des Baumes rufe ich deswegen alle Münchener auf, alle Politiker, alle Unternehmer und alle Vermögenden eine Milliarde Bäume in Entwicklungsländern zu pflanzen.

Senden wir damit auch gleichzeitig ein Signal an alle Städte der Welt, mitzumachen. Schaffen wir Entwicklung in den armen Ländern und lösen wir die Klimakrise.“ 

 

Wie? Zum Beispiel im Google Play- oder Apple App-Store die Plant-for-the-Planet-App runterladen oder www.plant-for-the-planet.org besuchen und unter vielen Aufforstungsprojekten in Entwicklungsländern das passende finden und unterstützen.

Back